Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Priester

Priester

, m., ae., ahd. auch Priest, m.
geweihter 1Geistlicher 
I zum Begriff: im MA. allgemein für den ordinierten (III) 1Geistlichen iU. zum Pfaffen (I) als einem nicht Ordinierten und zum im FrühMA. vorherrschend noch ungeweihten Mönch; der Priester steht hierarchisch unter dem Bischof und über dem Diakon; Attribute wie fremd bezeichnen den Unterschied zu Pfarrer (I) als dem Inhaber einer Pfarre; es wird differenziert zwischen weltlichen bzw. laiischen Priestern und Geordeten (II), dh. Mönchen; in der Reformationszeit weitet Luther den Begriff auf alle Christen aus (allgemeines Priestertum I); mit und nach der Reformation vorzugsweise für den katholischen Geistlichen gebraucht, tritt Priester an die Stelle des nun zunehmend pejorativ verwendeten Wortes Pfaffe (I), während bei den Protestanten Prediger (II), Pastor und Pfarrer (I) üblich werden; selten auch für nichtchristliche Priester verwendet (vgl. Belege 1741 u. 1787)
II zu Beginn und Ende des Priesteramts sowie zur Versorgung der Priester
  • 1 rechtliche Voraussetzungen für die Annahme des Priesteramts und die Weihe
  • 2 Akt der Priesterweihe 
  • 3 Einsetzung in das Amt, Ordination (I) unter Beteiligung des Patronats bzw. der Gemeinde
  • 4 Einkünfte, zB. Pfründen (II) und Stolgebühren; Versorgung der Priester 
III zum Rechtsstatus eines Priesters; besondere Verbote, Folgen eines Verstoßes; privilegium fori; Stellung im weltlichen Rechtsleben
IV zu Tätigkeiten und Aufgaben des Priesters 
  • 1 Regeln der Amtsausübung und geistliche Gerichtsbarkeit; der katholische Priester hat das ausschließliche Recht, an den Menschen seiner Pfarrei geistliche Handlungen vorzunehmen und die entsprechenden Gebühren zu erheben
  • 2 weltliche Aufgaben