abbrechen

nd. afbreken, fries. ofbreka
I in eigentlichem Sinn
I 1 Früchte pflücken
  • bricht ainer haimblich weinbeer ab, so ist er dem pergrichter ain emer most zu straf schuldig
    1667 ÖW. IX 150 [und öfter] Faksimile
I 2 Gebäude, Zäune usw. niederreißen
I 3 Bett abschlagen und fortnehmen
  • [Wenn der Herr zur Unterkunft] nicht platz genug ..., so soll der lehnmann sein bedtgen abbrechen vf willen, daß mein ... herr raum und platz habe
    1653 GrW. II 422 Faksimile
I 4 abgebrochenes Messer (ohne Spitze). Strafe
II übertragen
II 1 jemandem etwas abziehen, Abzüge machen
II 2 Das 'Abzüge machen' geht ununterscheidbar über in 'ganz entziehen, vorenthalten'
II 3 (gewaltsam) wegnehmen, rauben, entziehen
II 4 Abbruch, Eintrag tun an etwas
II 5 das Leben nehmen, absprechen
  • dass ich [Beisitzer] diesem armen B. sein leben nicht abbrechen sol oder kan
    1601 Wendunm. III 60
III
III 1 sich abbrechen sich zurückziehen von etwas, damit aufhören
III 2 mit etwas zu Ende kommen, abrechnen, wohl vermengt mit abrechen (erklärbar aus dem Gebrauch von Kerbhölzern?)
III 3 von jemandem abfallen