Gott

I
I 1 Gott ist die Quelle der weltlichen Gewalt(en)
I 1 a
I 1 b
  • die wort der ynwysunge desz schultissin adir desz greuen, die ghen also: ich wiese dich hir yn gerichte von gotisz weghen vnde von desz richs weghen
    1425 HalleSchB. II 234 Faksimile
I 1 c
  • [Übschr.: dese vorschreven soilen aen dencken] richter ind schepenen sullen dair aen dencken, wair dat men myt ordellen richtet, dat se dair sijn in gaids stede ind oefenen gaidis ampte
    1426/40 KleveStR. Art. 223
  • ein richter ist gesetzt von gott, zu richten gemeine klag vnd nott, darumb solstu in verachten nitt, dan gott beschützt recht und gerichtt
    1581 Inschrift in Nürnberg/AnzGMus.² 21 (1874) 184
  • richter, du sitzs an gottes statt, dar umb so richt mit guttem rattht; verhör mit vleiß baid parthej, das gott deim vrtheil gefellig sey
    1581 Nürnberg/AnzGMus.² 21 (1874) 184
I 2 Gott dankt man die Gesundheit
  • das wir mit wolbedachtem můte, guter vernunfft und sinne und gesunds lybes von den gnaden gottes, recht und redlichen handt verkaufft ... ein jerliche gülte
    1458 FreibDiözArch. 25 (1896) 215
  • 1458 FreibDiözArch. 25 (1896) 218
  • so lang mir got min verstant verlenet
    16. Jh. BuchWeinsberg II 144 Faksimile
II zur Ehre Gottes, um Gottes willen werden gute Werke getan, wird etwas unentgeltlich getan
II 1
II 2
  • obir eynen vormunden mag clagen der mundelin muter, ... und alle die is durch got und durch truwe wille thun wollen
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 310 Faksimile
  • dat he ohne bidde umb gott und unser leven frowen willen, dat he ohme dat vergeve
    1403 Wigand,Beitr. 150 Faksimile
  • wann ein becker ein schantbacke tüt, so sol er das brot alles verlorn han und soll das halb teile umb gots willen gegeben ... werden
    1471 HeidelbStR. 504 Faksimile
  • wan eyn junge dat ampt umme godes wyllen leret
    1491 OstfriesUB. II 355 Faksimile
  • ein man, der kenlich airm is, umb dat der sin reicht niet ungefordert leist, deme sal der amptmann ... umb gotz wille richten
    1516 MonschauLR./NrhAnn. 6 (1859) 28
  • wo der geschefftiger in sönderhet verschickt umb gottes willen oder legata ad pias causas
    NürnbRef. 1522 XVIII 3
  • sollen die oberkaiten jren armen schrifftliche urkunden umb sunst und gottes willen geben
    TirolLO. 1573 VII 4, 3 Volltext (und Faksimile)
  • den koheirde ume gades willen gegeven 2 ß vor der tidt der pestilentiae
    1575 Philippi,OsnabrLaischaften 30
  • wann ein mensch mit kranckheit beladen were und seiner seelen zu hayl und trost etwas umb gottes willen verschaffen wolte
    1609 Blumenegg 132
  • der vogt und richter soll in statt des herren sitzen, seinen staf recht halten, den reichen umb geld, den armen aber umb gottes willen
    1691 RhW. II 1 S. 67 Faksimile
II 3 Ehre Gottes zu kirchlichen Zwecken bestimmtes Vermögen
III Gott wird beim Eid angerufen
IV Gotteslästerung ist strafbar
  • ist daz iemant ... got und die heiligen gesmecht hat, dem schol man die czungen ab sneiden
    um 1330 BrünnRQ. 362 Faksimile
  • welcher in dorf mit gott schilt, der ist der gmain verfahlen ein ℔ pfening und zu der kirchen 1 ℔ wax
    1635 Steiermark/ÖW. VI 168 Faksimile
V Gott als Richter
  • heit un dan goit unsculdic gimachit, daz he sich nicht gibruit inheit
    um 1230 MühlhsnRb. 104 Faksimile
  • daz si daz gerihte an gote wolte lan
    1274/82 Königebuch 8 Faksimile
  • das [Fronkreuz] sal der richter obir die tore stecken zu eynem zeichen, das das gewette gotis ist: wen man bessirt gote mit dem gewette
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 372 Faksimile
VI Sprachgebrauch
VI 1 Gott und Recht
VI 1 a
  • dat girigheid ... kan bräken ... godes regt unde eren, alse uns de wisen leren
    14. Jh. Laiendoctrinal 49
  • wa yeman dem andern das sin roͤplich wider gott vnd recht nympt nachts oder tags
    um 1430 RottweilHGO.(Irtenkauf) VI 1, 3
  • her neme on das yre weder got weder recht unde weder ere
    vor 1440 Rothe,DürChr. 266 Faksimile
VI 1 b von Gottes und Rechts wegen nach göttlichem und menschlich-weltlichem Recht
  • das konigk Adolff ... das lant zu Doryngen mit gote adir mit rechte gekoufen adir besitzen mochte hinder den rechten erbin
    vor 1440 Rothe,DürChr. 538 Faksimile
  • alse billick van godes unde rechtz wegene geboert
    1476 OstfriesUB. II 82 Faksimile
  • dem Emsick van gades vnd van rechtswegen behört
    1517 R.d.alt.L. 48 Faksimile
  • bitte, das gotteshauß dem orden, welchem es von gott und rechtswegen gebühre, wieder einzuräumen
    1630 FreibDiözArch.² 5 (1904) 172
VI 1 c
  • desselben schadens trawt er got vnd dem rechtten
    1394 Indersdorf I 145 (nr. 365) Faksimile
  • getruwti aber got und dem rechten und unsser erkanntnuß, si sölten im das und och den schaden, den er des genomen hette, bekeren und usrichten
    1416 SchrBodensee 44 (1915) 85
  • trawtn got vnd dem rechten, sy antwurteten in daz ... gůt wider ein ... daz sy recht deten vnd nit vnrecht
    1424 Indersdorf I 204 (nr. 530) Faksimile
VI 2 Gott und Welt
  • æt syblegerum ... man gebete for gode and for worulde swa bisceop getæce
    10. Jh. Liebermann,AgsG. 130
  • gyf hwa weofodþen afylle, sy he utlah wið god and wið men [in Kirche und Staat]
    um 1027 Liebermann,AgsG. 340
  • binnon 30 nihton aginne bote ægþer ge wið god ge wið menn
    um 1027 Liebermann,AgsG. 340
  • schullen si [der Stadtrat die Waisen] danne mit ir guet bestaten zu got oder zu der welt
    1351 RegensbStat. 135 Faksimile
VI 3
  • were dat vnser borghere efte borghere kint weylick vure vmme sine kopenscap, bereyde den god, dat dey ghuyt wunne, dey mochte ghuyt luttich efte vyle bestaden in vnser stat, efte in vnser velt marke, ende scheyten, ande deynen dar van, ande nicht van sime anderen ghude dat hey dar buten vuret ande hantyret, eyr hey to huys kome, ande wone heyr mit uns
    1350 SoesterSchrae 400 Faksimile
  • ob in got berat das er in gelt
    SalzbStR. 1368 S. 119
  • ob sie ainen man nimpt, der guet hat, oder wie sei got berat
    1376 PettauStR. Art. 157 Volltext
  • so wat uns got asdan darenboven hait beraiden, dat solen wir gelyche deylen
    1380 QKölnHandel I 65
  • beret uns den got eines eckkern
    14. Jh. Rastatt/GrW. I 441 Faksimile
  • der kouffman sal ruffen noch dem czolnere dry stunt, so her aller luteste kan adir mag, unde ist do nymant, der kouffman sal is gote dirgeben ["anheimstellen"] unde faren
    um 1400 MagdebFr. I 21, 1 Faksimile
  • wor ene vrouwen god wil beraden enes kindes to nesende
    1454 LübUB. IX 218 Faksimile
  • worde yn got uff dem berge berattin adir wormitte das wer, so wil her yn er beczalen
    1470 FreibergGB. 394 Faksimile
  • das es [eine Geldsumme] villeicht nymer geloßt wurd, got beriet dann die herschaft vast uberiges geldes
    1480 Ansbach/CDBrandenbCont. II 49
  • bereite ihme unser her gott, dasz er etwas fangt
    1555 LuxembW. 712 Faksimile
  • 1589 Werveke,LuxembKulturg. III 161
  • got hat dich, sun, beraten vünf werder kinde
    oJ. Titurel (Wolfram) 8, 1
  • wenn der liebe gott mast bescheert
    oJ. Kamptz,PreußProvR. I 69 Faksimile
VI 3 –
  • got gheve mit leve aver to kamen
    1442 LSchrP. 215 Faksimile
  • in Seerechtsurkunden bis ins 19. Jahrhundert
VII Rechtssprichwörter