loben, v.

zur Etym. vgl. Kluge²² 445 s.v. Lob
vgl. luben
I geloben (I u. II), versprechen, eine rechtliche Verpflichtung eingehen, graduell abgestuft von einer formlosen Zusage bis hin zu der Leistung eines ¹Eides (II), verstärkend gebraucht in Wendungen wie: in, an, bei der Treue loben (vgl. ZRG.² Germ. 54 (1934) 119-126) sowie: zu der Fahne, an den Stab loben
I – jem. loben elliptisch für "jem. Gehorsam loben"
  • er [prüester] hat nit dürffen recht nemmen, noch geben vor der weldtlichen oberkhait, hat kheiner wölltlichen oberkhaitt dürffen loben, sondern aim geweichten
    1660/70 FreibDiözArch. 19 (1887) 90 Faksimile
II einer Sache zustimmen, etwas genehmigen, gutheissen, lieben (I)
  • dez lobete wir vnd libeten den selben kouff
    1333 BreslUB. 132 Faksimile
  • sy dy vorsaczunge ... nicht sal wedirsprechen, sunder sy lieben und loben und stete und feste halden
    1391 CDPruss. IV 134 Faksimile
  • 1409 Beekman,DijkR. II 1111
  • darumb loben vvir dy vorgenante dein rufung und vvale, und vvollen dy stete halden
    1413 Schannat,Samml. 121
  • ein jeder bedenke seinen geleisteten teich-eyd, lobet, was lobens werth, und lastert, was lasterns werth ist
    1695 NCCPruss. VI 328 Faksimile
II 1 jem. zum König oder Kaiser loben "durch Zustimmung wählen"
II 2 jem. wieder loben hier: "jem. aus der Acht lösen"
  • absolvirung von der acht ... procurator. erbahre herren, ich frage, ob man ihn wieder loben sol? sententia. man lobet ihn billichen
    16. Jh. BreslStR. 82 Faksimile
III verloben, jemandem die Ehe versprechen, jemanden zur Ehe versprechen, zu e. (ehelichen) Mann, Frau loben "heiraten"
  • er lobte si ze wîbe ... ze trûte lobt och si den degen
    um 1215 NibKlage V. 909f.
  • ich lobete in ze einem man. er nam mich ze wîbe
    Mitte 13. Jh. Kudrun(Symons) 770 V. 1
  • 1255 Ulr.v.Liechtenst. II 1381, 6
  • so wor eneme manne eene juncfrouwe ofte een wedewe lovet wert
    1270 HambStR. 19 Faksimile
  • welt ir loben mich ze man, sô lobe ich iuch ze rehter ê
    2. Hälfte 13. Jh. Herrand/AltdTBibl. 51² Nr. 4 V. 30
  • so sullen si [Jungfrau] di lute vregen uf ir sele, ab si mit irem guten willen deme knechte gevolget habe oder ab si in noch wolle loben zu eime elichen manne
    um 1300 FreibergStR. V § 8 Textarchiv: FreibergStR. V
  • we nu fordan dem andern sin kynt frunt eder mach louet to der hilgen ee na vvise vnd vvonheyt der hilgen cristenheit vnd vnser stad
    1462 GöttingenStR. 188 Faksimile
  • we syne dochter eynem uthman lovede, de uthman schal borger werden ehr he by slopt
    1468 MoringenStR. 312 Faksimile
  • jeft er een man een frouwa op forwirda trouwa louwed, off op byslepen ende op syn faders willa, ende opdat hij syn willa mey her habba wolde, so is 't aeft to fara god
    1480/81 JurFris. II 294 Faksimile
  • 15./16. Jh. NürnbRatsbrf. 246 Faksimile
IV glaubwürdig machen, für vertrauenswürdig erklären
V für jem. loben, jem. loben, bürgen (IV 1), einstehen (III 1) für jem."
VI einen Preis für eine Ware verlangen
vgl. Lob (VI)
  • en man to markte brachte en pert, dat was ener mark gewert, und lovde it men ener mark
    1270 Gerhard v. Minden No. 100 V. 3
  • boden twe honer tho kope und laveden se so duer, dat se se nycht kopen wolden
    um 1526 HansGBl. 1876 S. 81
  • 1632 Kilian