Oberknecht, m.

I erster Knecht (III) unter den ländlichen oder gewerblichen Arbeitskräften, Großknecht
  • ouerknecht
    1423 NdJb. 39 (1913) 110
  • [Klage, daß die Schäfer] etwas unordnung verursacht, indem ... ihre ober- und unterknecht der schaf gar zu viel treiben, dardurch die gemeine waiden ... verderbt werden
    1621 Württemberg/QNPrivatR. II 1 S. 520
  • der knecht als meier, kutscher, torwärtl oder oberknecht erhält jährlich 6 fl., der unter- oder galtknecht 5 fl.
    1636 Grüll,OÖRobot 35
  • in den kleinen schaͤffereyen, do nicht so viel knechte, oder nicht gar viel schaffe gehalten werden koͤnnen, dem oberknecht 50 dem andern 30 haͤupt. gehalten werden
    1645 CCMarch. V 3 Sp. 62 Faksimile
  • nach deme auch beym aus- und nachmessen [des Holzes] vielmahls grosser betrug vorgehet, so soll allemal solches durch den geschwornen nachmesser im beyseyn des jaͤgermeisters, forstschreibers und oberknechts geschehen
    1646 CJVenatorio-Forest. III 23 Faksimile
  • es soll auch kein muͤl-jung, der erst von seinen lehrjahren ledig gezaͤlt worden, keinem muͤlherrn, der das handwerk nicht erlernet, als haumeister oder oberknecht arbeiten
    1729 Weisser,RHandw. 444 Faksimile
  • es pflegen die landes-herren ... gewisse forst-meister, oder ober-förster und ober-knechte zu haben, welche aͤmter fast einerley verrichtung, aber nach beliebung des herrn und stand des dieners, im namen unterschieden sind
    Seckendorff,Fürstenstaat (1737) 461
  • [ausnahmen von dem gezwungenen rekruten-zuge] alle meier und geiselmeier oder oberknechte auf herrschaftlichen und kammerguͤtern
    1804 BadKantonRegl. 14
II "erster Angestellter auf einigen der vornehmen Zünfte der Stadt B[asel]. Er stand höher als ein gewöhnlicher Zunft- oder Stuben-Chn[echt], war oft selbst einer der angesehenern Handwerksmeister, und seine Stellung war derjenigen des ,obersten Ratsknechts' nachgebildet" SchweizId. III 722
Sachhinweis: P. Kölner, Die Safranzunft zu Basel/Basilisk I (1923) 8
  • oberknecht
    15. Jh. T. Geering, Handel und Industrie der Stadt Basel (Basel 1886) 111