schlupfen, schliefen, v.

I (durch eine Öffnung) durchschlüpfen
  • swer nahtes dur der burger slos slüfet oder druber stiget als der dur vert, der git x ß
    um 1310 SchweizGBl. I (1854) 345
  • daß ein pfattzaun einem zimlichen mann vnter die achseln gehen, vnd jhn stehend tragen, auch so dick, daß keiner dardurch schlieffen moͤge, seyn [soll]
    1643 Heider,Lindau 277 Faksimile
II sich heimlich an einen Ort/zu jm. begeben, mit jm. zusammenkommen und dabei Verbotenes oder Unsittliches tun, auch: Geschlechtsverkehr haben
  • damit allerley schaͤden, so durch gemainlich tantzen vnd zusamen khomen und schlupfen verhiett beleyb, wollen wir, das ... khain haimlicher tantz von vnsern vnderthonen nit geschech
    1495 Reyscher,Ges. XII 7
  • so bald einer zuo iren schluffe, müesste einer mit ir ouch z kilchen gan
    1530/33 SchweizId. IX 165 Faksimile
  • das sie [die leichtuertigen bůben] in angefengtem faulleben vnd miessiggang, zů entlicher jrer selbs ... verderben, in hoͤltzern ... sich heimlich verstecken, hin vnd wider schlieffen, vnd über das fellen vnd schiessen des wildtbrets auch zů andern hoch strefflichen mißhandlungen, beraubens vnd moͤrdtlichs erschiessens gerathen
    1552 WürtNLO. 56r Volltext (und Faksimile)
  • eines alten, almosengnössigen manns töchteren werdend zum teil der hoffart, zum teil des schlieffens in verdächtige winkel gezigen
    1638/40 SchweizId. IX 169 Faksimile
  • ist einer, welcher znacht im wirtshaus zur jungfrauen in das obergaden geschloffen, um 10 ß, das meitle um 5 ß gestraft worden
    1680 SchweizId. IX 165 Faksimile
III beim Abzählen unter etw. hindurchschlüpfen, um eine genaue Zahl zu ermitteln
  • wann die stimmen gleich fallen, so werden die leut abgezehlt; man habe müssen schlüffen
    1721 SchweizId. IX 166 Faksimile
IV aus einer Sache schliefen sich einer Verpflichtung entziehen