Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1Seine

1Seine

, n.

einer genannten (männl.) Person rechtlich Zustehendes, Gehöriges; Eigentum, Hab und Gut (eines Genannten)
  • svie dem anderen des sines icht nimt mit gewalt, ... dat sal he weder geven mit bute
    vor 1270 SspLR. III 47 § 1
  • welch man ouch besezzen ist in V., deme mac des sinen nimant nicht verbiten noch versprechen binnen einer mile uffeme lande
    um 1300 FreibergStR. II § 12
  • unde der richter sal ieme pfandes helfen vor sin gelt ane widerrede, wo he in uf daz sine wiset
    um 1300 FreibergStR. XII § 9
  • obe ieman clagete, daz ime ieman daz sine genomen hette, gewinnet do, der also geclaget het, nit reht zů der clage, so bessert er zwene schillinge pfennige
    1374 SchlettstStR. 289
  • lîet ein dem andern durch fruntschaf des sînen ettewaz, und wert daz gephand dorch des willen, deme es gelegen ist, sô mag die, des daz ding ist, daz sîne wol ûz zîen ûffe den heiligen
    2. Hälfte 14. Jh. LSchrP. 180
  • und namen und abeschaczeden da eynen prister gnant her C.K. daz sine frebelichen mit gewalt
    1403 FriedbergUB. I 520
  • welcher gesel krank wurd ... so sollen im die gesellen zu hilf kommen us der buͤchsen ... stirbt er aber, so sollen wir das sein nemen und inhaben
    1410 HeilbronnUB. I 198
  • ob einer eim andern husezinse schuldig were, der mag den, der ime den zinse schuldig ist, mit gonnunge des richters uff dem sinen pfenden für sinen zinse
    1466 Wertheim 35
  • wer dem andren das sin fräuenlich on recht nimpt, welher hand gut das wer, ist die buss x ℔ ₰ vnd dem das sin wider zu gen dem es genomen ist
    1469 St. Gallen/GrW. I 202
  • ob einer wässeren welt, der nit an einem eefurt lëge, und einem andern wölt durch das sin fahren, so soll er darzu berüfen biderb lüt, die nit partyg syen, und was die bedunkt, das er jm darfür tüeg, das soll denn der thun
    1495 Argovia 9 (1876) 73
  • ist also M.A. vor die eldsten komen, disze ding angesaget vnd rath gebeten, wie er sich dorjnnen halten sollet, das er das seine bekomen mocht
    1510 GörlitzRatsAnn. I/II 19
  • das wort codicillus nimm ich für den willen des, der ... schreibt, was er wil das nach seim tod mit dem seinenn geschehen sol
    1536 Gobler,GerProz. 83v
  • auch mag er [14jähriger] das seine ohne vormund vorgeben, sonder anerstorben eigen und erbe sol mit der erbnehmen wiellen geschehen
    1. Hälfte 16. Jh. BreslStR. 97
  • wie wider die ... austreter und landzwinger ... verfahren ... werden sollen, damit ihr muthwillig thaͤtlich fuͤrnehmen vorkommen, aller unrath verhuͤtet und maͤnniglich bey dem seinen und den rechten bleiben moͤge
    1556 Moser,KreisAbsch. I 81
  • wer auch denen hardenherrn zue rechter zeit denen ihm zuegebothen das seine, was im gebühret, nicht giebt, soll 5 groschen zur straffe geben
    1593 Löbejün/NMittThürSächs. 4, 4 (1839) 78
  • welcher dem andern ... mit gewalt ... das sein nimbt, ... der ist zechen pfund pfennig verfallen und soll dem andern das seinig wider geben
    1609 SGallenOffn. II 62
  • der eigenthuͤmer [kan] das guth vor das seine nicht mehr vindiciren und ansprechen
    1717 Blüting,Gl. II 162
  • das seine bedeutet ... hier ... nur das seine des nießbrauchs (ius utendi fruendi), unmittelbar von dieser person gleich als von einer sache, doch ohne abbruch an ihrer persönlichkeit, als mittel zu meinem zweck gebrauch zu machen
    1797 Kant,Rechtslehre 166
  • dass bei den sich ergebenden rechtsansprüchen über das mein und dein jedem einzelnen das seine nicht auf dem vernunftwidrigen wege des eigenen gerichtes, sondern hoheitlich zugetheilt wird
    1804 Gönner,StaatsR. 472