Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Student

Student

, m.

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I Schüler (I od. II), insb. an einer geistlichen Lehranstalt, einem Gymnasium, einer Lateinschule
vgl. Schule (I)
  • sante her nôch den wîsesten meisteren, di her vant ûffe allem ertrîche ... und dô quâmen si dare mit iren studenten 
    1343/49 Mystiker I 254
  • [ob ein schulmeister] jungkmeister, locaten oder studenten aufneme, sol er tun mit rate eines burgermeisters
    um 1450 BayreuthStB.2 59
  • ob sich deheinost fuͤgte, das ein burger einen priester, provisor, cantor oder studenten nachtz old tags ... by sinem elichen wib, muͤtter, swoͤster ... jm schand und laster zuͤ fuͤgten old fuͤgen welten, und das kuntlich wurd, ... was dann der old die, denen solich schand und laster zuͤ gefuͤgt wirt, dem ... zuͤ fuͤgten, ... die sollen darumb nit gefecht werden
    1489 LuzernSTQ. III 338
  • mit den armen studenten oder pauperibus uf der groissen scholen wirtt es also gehaltten ... das ... dieselbe ... studenten alle woechen gantz durch die stadt einmall umbgaen und das fein züchtigh mit geblösseten heubteren und die almissen, so sie sammelen, theilet der rector oder seiner collegen einer undter innen
    1596 Dortmund/Sehling,EvKO. 21 S. 224
  • soll kein student währendem schuljahre ohne vorwissen ... des p. präfekts seine kost und wohnort verändern
    1797 Nyström,Schul. 191
II Studierender an einer Universität
bdv.: Studierende

II 1 in Bezug auf die rechtliche Stellung, insb. studentische Privilegien, universitäre Organisation
  • [daz unserr universitet] getailet werde in vier tail, also daz in yeklichem taile sein sullen maister und studenten von ... ainer nacion
    1365 WienRQ. 169
  • dat die heren van Collen den studenten gevriet ind schirm zogesaicht hatten
    1. Hälfte 15. Jh. KölnChr. II 92
  • [das] kein studente unsere burger zcu L. ussen unserm lande heisschen adder laden sal umbe keynerley sache
    1452 LeipzUnivUB. 128
  • sich nit als studenten halten, sunder allein des fortels brüchen, sich burgerrechts offzuhalten
    1478 HeidelbStR. 518
  • nu liggic te Parijs ter scole ende bem daer een studant 
    um 1480 MnlWB. VII 2355
  • iderman, er sei burger, burgerskind, student und handwerksgeselle [soll] sich des nachts on liecht und mit geweren uf der gasse nicht finde(n)
    1538 MarburgRQ. I 319
  • in diser facultet [pflegen] der standt und grade der bacularien ... als ein staffell und underscheid, dardurch die obern und eltern studenten von den undern iungern ... underschieden, gehalten zu werden
    1558 HeidelbUnivStat. 128
  • [es hat] keyser Friderich ... die schuͤler oder studenten sonderlich gefreiet, daß die selbigen nit moͤgen fuͤr gericht gezogen werden
    Notariat 1565 Bl. 33v
  • ob ain prister oder geweichter student oder schuler in das leutgebhauß käm und wurt von weins wegen unweiß ... so sol man in ... seinem obristen schicken
    1586 NÖsterr./ÖW. VIII 699
  • die ... studenten [zu Cracau, Coͤln und Erfurt, zu Wien und Heidelberg] musten schwoͤren ... daß sie der hussitischen sect nicht zugethan waͤren
    1668 Fugger,Ehrensp. IV Kap. 3
  • [befehl an den rath,] wider immatriculierte studenten kein peinlich halß-gerichte ... zu hegen
    1724 CAug. I 930
  • student: ist derjenige, der auf universitaͤten den wissenschaften oblieget und der academischen matricul einverleibet. er muß ... angeloben, nach den statuten der universitaͤt zu leben
    1762 Hellfeld IV 2447
  • der rector muß einem jeden ankommenden studenten die academischen und polizeygesetze des orts bekannt machen
    1794 PreußALR. II 12 § 80
  • die kirchendiener, kandidaten des predigtamts und studenten der theologie, duͤrfen keine wechselbriefe ... ausstellen
    1794 Hartmann,WürtGes. III 76f.
II 2 in Bezug auf die finanzielle Situation (insb. Stipendien I) und den sozialen Status
  • dy universitett mag dießes freymargkts vil weniger entperen denn der gemeyne burger, wenne studenten czeren unnd kouffen alle umbe den tegelichen pfennig
    1470 LeipzUnivUB. 186
  • wen de gemeine caste so rik werdt ... denne schal ein iewelick carspel van den viff carspelen einen studenten holden in universitate
    1531 Lübeck/Sehling,EvKO. V 345
  • [die stattknecht vnd wachter sollen] von khainem studenten oder burger weder miet gab noch schenckin ... nemen
    1533 UnivTübUrk. 160
  • van studenten: hir to möste ock van den försten gebaden werden, dat eine iewelcke stadt, dar na se grot unde vörmögen, tom wenigsten twee börgers kinder tor universitete schickede
    1535 Pommern/Sehling,EvKO. IV 334
  • werden geordent stipendia fur die studenten 
    1552 Mecklenburg/Sehling,EvKO. V 222
  • [verbotten,] den newankommenden jungen studenten ... die geringste außgabe zu denen ... pennal-, access-, absolvir-, stuben oder tischschmaussen ... an[zu]muthen
    1655 HessSamml. II 230
  • daß gegen denen vagirenden studenten, stammbuchtraͤgern und abgedanckten soldaten verfahren und dieselbe, dafern sie gesund und starck, fortgewiesen [werden]
    1666 Reyscher,Ges. XIII 474
  • daß uns von dem neu auffgerichteten armen-hause ... das almosen, worvon die grosse anzahl der ... armen, als beschaͤdigten soldaten, armen studenten und andern alterlebten nothduͤrfftigen manns-personen und weibs-personen ... ernaͤhrt werden sollen, nicht also ergaͤbig eingehe, daß darvon die verpflegung derselben ... werden koͤnnen
    1697 CAustr. I 114
  • [das ehren-wort nobilissimus ist nichts als ein leerer titel, womit man so freygebig ist,] daß alle junge candidaten und studenten auf dem catheder, wann sie auch von schustern, schneidern ... und bauern abstammen, dieses ... predicat erhalten
    1752 v.Loen,Adel 53
  • sehr vielen scheint das wort student einen jungen herrn zu bezeichnen, dem niemand zu befehlen hat, der, wenn es hoch kommt, taͤglich zu gewissen stunden sich etwas vorsagen laͤßt, das er in seine hefte schreibt, außerdem aber auf kosten der eltern oder des staats die academische freyheit genießt, d.i. nach belieben ausreitet, schulden macht, naͤchte durchschwaͤrmt, spielt, trinkt, einheimische und fremde neckt, liebeleyen oder schlaͤgereyen anspinnt und so die drey kostbarsten lebensjahre vergeudet oder vertraͤumt
    1798 Bischoff,Kanzlei. II 1 S. 364
  • jeder, der entdeckt wird, ein pfand von einem studenten in versatz gebracht zu haben, wird mit einer geldbuße belegt
    1814 RepStaatsVerwBaiern IV 173
  • wenn aeltern ... die zur bestreitung der noͤthigen beduͤrfnisse erforderlichen summen nicht schicken ... so sollen solche studenten von der universitaͤt entfernt werden
    1814 RepStaatsVerwBaiern IV 175
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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