Sturmglocke, f.

Alarmglocke; best. Turmglocke, die bei Gefahr, insb. Brand und feindlichen Überfällen geläutet wird; zT. auch als Gerichts-, Festtags- und Totenglocke
  • der vogt ... hat daz reht, an der sturmgloggen, daz er die luten sol, swenne er ir bedarf, so er rihten wil uber diebe, uber rauber
    1276 AugsbStR. Art. 23 § 1 Textarchiv: AugsbStR. Art. 23
  • mit ludindir sturmglokkin der von A. unde mit gewapintir hant
    1339 DOrdHessenUB. II 484 Faksimile
  • dat elc beckere ende elc brouwere hebben sal een thine, enen thijnboem ende enen eemer, water mede te sceppene, ende ... sal dese dinghen setten vor sijn dore, ... wanneer dat die storm klocke slaet
    Mitte 14. Jh. CoutAnvers I 24 Faksimile
  • die stat hat auch die storm glokken, die man chlenkch cze pruͤnsten und cze anderm auflaͤuff
    SalzbStR. 1368 S. 109
  • mit der stúrm gluckenn schol man nymer leuthen, den czu den groszen feyrtagen vnnd czu auff laüffen vnnd czu prunsten yn derr stádt, vnnd den furstenn vnnd andern mechtigenn hern ... so dy sterbenn
    1421/39 OfenStR. 138 Faksimile
  • so man die stormeglocke klencket ... so fuer uszgeet oder sich sust rumor erhebt etc.
    um 1435 FrankfGesMA. 316
  • wanneer dye storm klocke veden haluen geslaegenn wurde, alsdan sall eyn yder burger myt synenn harnsche ind geweer voir dye poirten gaen
    1518 DuisburgStR. I 24
  • die sturm-glocke soll seyn die mittelste glocke, die soll niemand laͤuten, sondern zu feindes- und feuers-zeiten
    1611 StolpStat. 243 Faksimile
  • denen, so pferde halten und bürgerliche nahrung treiben, [ist] ... anzubefehlen ... daß sie, so bald die trommeten, trommel und sturm glocken gerühret werden, mit denen stadt-pferden an gewiße öhrter sich einzufinden gehalten, umb die sprützen und waßerküfen fortzubringen
    1724 MittKönigsberg 2 (1910) 202
  • der ober- und unter glöckner ..., auch die zwei kirchenschützen, von diesen solle einer sogleich nach wahrgenohmenem feuer die sturmglocke sofort ziehen
    1780 RheingauLändlRQ. 87