Suppe, f.

I warme Brühe als (einfaches) Nahrungsmittel, das durch Zugabe von Gemüse, Fleisch oder Brot aufgebessert werden kann
  • so gijft man des rijches schijffe uis unsme hoeffe eyne tzoppe, ast gewoenlich ist
    1415 SPantaleonUrb. 333 Faksimile
  • zů yeglichem gotberaut sol man geben ... yeglichem mentschen ain stuck frisch flayschs in der suppen
    1445 AugsbStR. S. 273 Textarchiv: AugsbStR. S. 273
  • den constabeln so dy brawtmesse singen, eine suppe ader porcion vngeferlich mag man geben
    1505 Rautenstrauch,Luther 135
  • wan der mesner compt, so jst der pfarrer jm schuldig er geben ein suppen
    1536/1600 FreibDiözArch.³ 10 (1958) 211
  • noch sollen die herren von H. den schützen eine suppe geben, wan sie ihren umbgang gethan haben
    1540 BeitrNRh. 9 (1895) 115
  • geburendt dem herrn alle jairs iiij alb. silberzins, die soll der meiger heben, vnd sall knobloch vnd kees darumb kaufen, vnd den nachparn zur soppen geben, wanne sie die wiesen mehen
    1542 Mosel/GrW. II 121 Faksimile
  • dem organisten von einer hochzeit 2 gr., dem calcanten 6 pf. sambt der suppen, dem cantori 4 gr. sambt der suppen
    1542 Sachsen/Sehling,EvKO. I 2 S. 168 Faksimile
  • zu denn brautsuppen ... hatt einer aus der cantorey einverleibtten wirtschaft, so sollenn die cantores die brauttmeße vmbsonst singen doch das er ein suppenn, bratten mit anderer zugehörung gebenn laße
    1570 Rautenstrauch,Luther 451
  • niemant von dem hoffgesindt [soll] die sop gegeben werden
    1573 Münster/ZKulturg. 9 (1902) 153
  • sol dem cantor ein halber thaler, vnd dem organisten auch so viel dafür vorreichet werden, damit sie denn auch begnüget sein, vnd keiner vnter jhnen ein mehrers an suppen, bier oder sonsten fordern [sol]
    1604 Sachs,BerlinMusikg. 102
  • [Hochzeitsmahl:] deß vierten ... standts persohnen aber sollen mehr nicht, dan zwoe mahlzeiten ... aufzusetzen bemechtigt sein. dahbey solchem abermahl dopel angerichte supen und gemüeß vor eine richt gerechnet
    1617 WürzbDiözGBl. 27 (1965) 118
  • [bei Gotteslästerung:] im thurm acht tag lang mit einer warmen suppen, wasser und brot gespeißt
    1625 FreibDiözArch. 27 (1899) 324
  • da auch der quartiers-mann sich zu hergebung sothaner hausmanns-kost freywillig ... erklaͤren wuͤrde, darunter nichts anders, als eine suppe und gemuͤß, so gut es nemlich der quartiers-mann selbst hat, verstanden [werden soll]
    1694 Moser,StaatsR. 30 S. 127 Faksimile
  • [J. wird] dahin condemniert, daß er ... 8 tag lang in ein loch gesteckt, allein mit suppen, wasser und brod geätzet [werde]
    1731 Schindler,VerbrFreib. 65
  • [P. solle] die unzuchts-leibes-strafe im thurn bei suppe, wasser und brod erstehen
    1764 SammlBadDurlach III 139 Faksimile
  • [speisordnung:] die siechen ... bekommen frühe, eine fleischsuppe mit brodschnitten, mittags, eine suppe mit reiß, gries oder mehlspeise
    1787 HdbchÖstGes. XIII 454 Faksimile
  • darin sollen die gehoëuer in die achten weisen vnd dahin auss des hoffmans hauss die sopffen tragen vnd das brodt schneiden, vnd demnach soll der hoffman auch den scheffen die morgensopffe geben
    oJ. Mosel/GrW. II 257 Faksimile
II allg.: (insb. morgendliche) Mahlzeit; auch die dafür bestimmte Zeit im Tagesablauf; offen zu I
  • wenn es den tag zehenne schlecht, so sol man des morgens an die arbeit geen zu dem garauß, und zu der suppen darvon geen wenn es zwai schlecht und wider zu der arbeit geen wenn es dreu schlecht
    1464/70 Tucher,NürnbBaumeisterb. 60 Faksimile
  • mann weist auch dem armann des morgens eine supp zu geben und zu dem wagen ein rockenbrod
    1487 PfälzW. I 249
  • in demselben jar wart sant Seboltz kor angefangen, der kostet 24000 gulden, on die suppen
    um 1487 NürnbChr. IV 127
  • wenn man die winzürnen haist die zün verdürnen, so söllend si es fürderlichen thun, und sol man jnen am morgen ain suppen und wenn si grech sind den jmbis geben
    1507 JbLiechtenstein 6 (1906) 46
  • auch soll vnnser her der abpt denn virtzehen scheffen die druw jargeding alle mall acht schilling heller vor die sopen des morgens gebenn
    um 1532 PfälzW. I 262
  • zů solcher jrer [maurer] belonung, soll jnen ... des morgens zů geburlicher zeit ain suppen ... gegeben werden ... vnnd zů volbringung solchs essens, soll jnen ... zů der suppen ain halbe ... stund ... zefeyrn zůgelassen [sein]
    BairLO. 1553 V 13, 3 Volltext (und Faksimile)
  • der sallmeister [bei hofe] ... soll darauf sehen, das morgents nach der suppen ... ein ieder sich alsbald wider zu seiner handlung, bevelh und ambt begebe
    1574 Sallmann,VerwJülich 93
  • [der Förster soll sich bei solchen Patrouillen] do er sein suppen gleichfalls nicht erreichen könnte, sondern über nacht außen bleiben müst, deß tags an 6 kr. genügen lassen
    1607 Machwart,JagdAnsbach 76
  • nachdem die junge [capelsinger]knaben pflegen alle morgen eine suppe und untertags ein brodt zu eßen, soll ihnen dasselbe auch jederzeit gutwillig gereicht [werden]
    1. Hälfte 17. Jh. Smijers,Hofmusik I 157
  • nachdem auch die arbeitsleuth und tageloͤhner zuweilen zum morgenbrodt oder suppen von ihrer arbeit abgehen und damit uͤbermessige zeit zubringen, so wird ihnen ... hiermit vergoͤnnet ... eine halbe stunde ... zum morgenbrodt abzugehen
    1653 HessSamml. II 203 Faksimile
III Zaubertrunk, welsche Suppe vergiftete Speise, Gifttrank
bdv.: Süpplein
  • alsz er zu morgen gessen, hat er gesagt, er empfindt wol dz der todt hie sey, er müsz sterben; desz priesters begert, mit dem sacrament versehen, denselben tag nit on argwon ainer welschen supen gestorben
    um 1551 HallChr. 337
  • do rette die N., sy könne wol ouch eim ein s[upp]en machen wie ir muotter
    1558 SchweizId. VII 1232 Faksimile
IV dürre Suppe Tracht Prügel, Prügelsuppe
  • welcher gott lestert, der soll am leib gestrafft werden und der ambtman soll ime zwo aichen hosen anlegen und ain düerre suppe geben
    Ende 16. Jh. NÖsterr./ÖW. IX 204 Faksimile
V hunnische Suppe roter Wein
  • hertzog W. pfaltzgrave, hertzog in Bayern, zu Steeg einen hoff ... muß auch imbß usw. geben, auch eine suppen, die hunische suppen genannt
    1590 RhAntiqu. II 8 S. 347